Marketa Lazarova

Habe nun endlich diesen Film von 1967 gesehen, der 1998 von den Prager Filmkritikern zum besten tschechischen Film aller Zeiten gewählt wurde… am ehesten zu beschreiben als Tarkowskis Andrei Rubljow trifft auf Kurosawas Sieben Samurai und Brjussows feurigen Engel für den Janacek eine zweite Glagolithische Messe geschrieben hat, während er den frühen Penderecki und Hioshigi-Musik hörte und dazu ein Kameramann, ein Schnitttechniker, Komponist und ein Regisseur ihrer Zeit extrem voraus und der jetzigen Zeit teilweise noch überlegen, weil weder völlig statisch, noch so ADHS-gestört wie heute vieles, sondern ganz eigen und mit bemerkenswerten POVs und bemerkenswerten Tierdressuren…Die Hunde querten als dünne, dunkle Linie den Schnee auf dem Hang des Höhenrückens. Weit unter ihnen lief der Eber, den sie verfolgten, mit seinem merkwürdig steifbeinigen Schritt dahin, hochrückig und tiefschwarz vor der Winterlandschaft. Das Geläute der Hunde hallte in dieser riesigen fahlblauen Leere wider wie die Rufe dämonischer Jodler

Einer der grotesken Szenen, die in Erinnerung bleibt, mitten in einem schwermütig-mächtigem Monolog über menschliche Vergänglichkeit und Ewigkeit, unterbricht Gott (von dem man in dem Moment dann erst mitbekommt, dass es wohl Gottes Stimme ist) sich um sich direkt zum Wanderprediger Bernard zu wenden und ihn einen sodomitischen Mistkerl zu nennen (weil er mit einem Schaf zusammen durch die Lande reist) und dann mit ihm darüber zu diskutieren…Knaller.

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